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Kirche verspürte, wurde durch die Partei aufgefüllt: Bin ich einer dekadenten Kirche
entronnen, um einer machthungrigen Sekte zu verfallen?49 Nur Don Benedetto scheint seine
Leere zu sehen: Der Fuchs hat seinen Bau, die Vögel unter dem Himmel haben ihr Nest,
aber des Menschen Sohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann.50 Die Sektenmentalität
der Partei ist es jedoch auch, die ihn in tiefe Verzweiflung stürzt: Wie soll es uns gelingen,
die servile faschistische Gesinnung auszurotten, wenn wir selbst darauf verzichten, unseren
kritischen Verstand zu benutzen?51 Spina verliert seinen Glauben an die Kommunisten.
Eben in diesem Moment der Verzweiflung spricht zufällig eine Nonne zu ihm: Sie dürfen
nicht den Mut verlieren...Kämpfen Sie gegen die Verzweiflung an.52 Pietro ist hin und her
gerissen zwischen der Welt des Christentum und der Welt des Kommunismus. Er spürt, dass
in der Rigidität der Kommunistischen Partei neues Unheil auflauert. Dieser Eindruck verstärkt
sich nach einem heftigen Dialog mit der ehemaligen Genossin Uliva: Es wird technische und
wirtschaftliche Veränderungen geben, das leugne ich nicht. Wie wir jetzt die staatlichen
Eisenbahnen und Salz, Tabak und Streichhölzer vom Staat haben, so werden wir dann
staatliches Brot, staatliche Schuhe und Hemden, staatliche Kartoffeln und Erbsen haben.
Wird das ein technischer Fortschritt sein? Nehmen wir es an, aber auf diesen Fortschritt wird
sich eine offizielle, für alle verbindliche, allein seligmachende Weltanschauung stützen, und
ihre Verfechter werden sich aller Mittel vom Kino bis zum Terror bedienen, um jede Ketzerei
und das Denken des Einzelnen gewaltsam zu lenken. Auf die jetzige schwarze Inquisition wird
eine rote Inquisition folgen, auf die jetzige Zensur eine rote Zensur.53 Kurz: Der Faschismus
wird vom Kommunismus ersetzt. Der monolithische54 Charakter der Kommunistischen Partei
trägt die Saat für den Kommunismus. Die Partei ist der Prototyp des Kommunismus. Innerlich
spürt Spina, dass Uliva Recht hat. Das Beispiel in der sozialistischen Revolution in der
UdSSR gibt Uliva mehrfach Recht. Diese Entwicklung gehört zum Schicksal. Man kann
ihm nicht entgehen55
Diese Wahrheit macht Pietro Spina Angst, deswegen will er sie zuerst nicht einsehen. Er
klammert sich immer noch an die Hoffnung: Alle Revolutionen sind von ihrem Weg
abgewichen, müßte man sagen, aber unsere Revolution soll sich selbst treu bleiben.56
In einer Anmerkung zu Brot und Wein äußert sich Silone zum Stalinismus: Hinzu kamen
das Entsetzen und der Ekel darüber, dass ich in meiner Jugend einem Revolutionsideal
gedient hatte, das in seiner stalinistischen Form nichts anderes war als so schrieb ich
damals - >Roter Faschismus<.57 Sein zweites Werk wurde kurz vor den Moskauer
Schauprozessen geschrieben, in denen die politischen Gegner massenweise ausgeschaltet
wurden. Die Moskauer Schauprozesse waren nicht der Anfang der Liquidierung
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