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gehen, zunächst nach Deutschland, später dann auch nach Frankreich, Spanien und die
Schweiz. Auch sein Bruder Romolo schloß sich später den Kommunisten an und wurde in
Italien verhaftet. Trotz der Rettungsversuche Silones, blieb Romolo im Gefängnis und starb
dort 19329. Ein Jahr davor wurde Silone aus der Partei ausgeschlossen. Im Exil schreibt
Silone seinen ersten Roman Fontamara.
1935 beendete er die Arbeiten an seinem Werk Brot und Wein10 Es finden sich in diesem
zahlreiche Anspielungen an das Leben des Autors. Der Protagonist Pietro Spina, ein
intellektueller Kämpfer, hat einen Lebenslauf, der fast auch der Silones sein könnte: Spinas
Eltern sterben bei einem Erdbeben, er war jahrelang im Exil und kommt zurück in seine
Heimat, den Abruzzen, um im Untergrund für den Kommunismus zu kämpfen. Das Buch
selbst darf man als Selbstkritik des Autors verstehen, auch wenn ihm das vermeidliche
Schicksal Spinas erspart bleibt und einige Dinge der Phantasie des Autors entsprungen sind.
Spina ist ein Mann voller Ideale und zu Beginn ein Hardliner in Sachen Kommunismus. Sein
Idealismus drückt sich am Besten in seinem Verständnis von Freiheit aus: Man kann in
einem Diktaturstaat leben und dennoch frei sein, unter einer Bedingung: man muß die
Diktatur bekämpfen...Die Freiheit ist nicht etwas, was man von anderen erhält. Man muß sie
sich nehmen, jeder soviel er kann.11 Spina sieht in Diktatur und Freiheit keine zwei
Extremen. Freiheit ist für ihn etwas, was im Inneren des Menschen abläuft und nur wahr ist,
wenn es zum Ideal erhoben wird. Spina verliert seine Ideale nicht aus den Augen, er verliert
nur seinen Glauben an die Kommunisten. Er gerät in tiefe Selbstzweifel und sieht die Freiheit
gefährdet bei den Kommunisten: Wenn ich nicht an die Freiheit des Menschen oder
wenigstens an die Möglichkeit dieser Freiheit glauben könnte, würde ich mich tatsächlich vor
dem Leben fürchten.12 Dieser Zwiespalt zwischen Zweifel und Hoffnung zieht sich durch
den ganzen Roman. Die Zweifel Spinas stecken in seiner Umwelt. Die Hoffnungen regen sich
in seinen Idealen.
_________________________________________Merkmale des italienischen Fasc hismus
Der Faschismus ist nicht einfach vom Himmel gefallen. Er ist das Produkt verschiedener
Klassenkonstellationen und Umständen, die den Weg zum Faschismus ebnen. Ihren Ursprung
hat der italienische Faschismus in der Depression der Nachkriegszeit. Der Faschismus kann
nur vor dem Hintergrund der Massengesellschaft verstanden werden, die sich im 19.
Jahrhundert und in den Jahren des gesellschaftlichen Umbruchs nach dem Ersten Weltkrieg13
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