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Italien unter dem Faschismus am Beispiel Ignazio Silones ``Wein und Brot``

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gebildet hatten. Der Faschismus stellte die Prinzipien der Hierarchie und der Ungleichheit in den Mittelpunkt seines Denkens und Handelns. Er war eine autoritäre Bewegung von einem vom Volk nicht legitimierten Führer geleitet. Er sah in der Gesellschaft kein Miteinander von Individuen, die mit den Mitteln der Konfrontation und Auseinandersetzung einen kollektiven Willen bilden, sondern einen überinidividuellen lebenden Organismus, in dem jedem Teil eine präzise Aufgabe zufällt.14 Die faschistische Partei gründet ihre Macht auf allen Bevölkerungsteilen, sie ist somit eine Massenpartei. Doch sie ist nicht legitimiert und man kann den Faschismus niemals als was fest Konstituiertes, Endgültiges und Homogenes Gebilde betrachten: „Nichts ähnelt mehr einem Chamäleon als die faschistische Ideologie.“15 Die faschistische Ideologie hat in der Bewegung einen hohen Stellenwert. Man steckt sich das Ziel eine nationale Einheit16 zu beschwören und den Menschen Taten zu präsentieren, die in Form von Propaganda als Wunder hervortreten. Oppositionelle werden ihrer Existenzgrundlage beraubt: „Ein entlassener Eisenbahner findet keine Anstellung bei einer anderen staatlichen Institution. Das liegt auf der Hand. Aber auch die privaten Unternehmer bekommen ihr Personal durch die Arbeitsämter, die gesetzlich verpflichtet sind, politisch unzulässige Elemente auszuschalten“17. Im Stile der altertümlichen Sippengemeinschaft wird ein Ex-Mitglied von allen Gesellschaftsschichten verstoßen. Im Kabinett, das Mussolinie Ende Oktober 1922 bildete, übernahmen zahlreiche dem Unternehmertum willkommene das Amt, z.B. Alberto De Stefani, ein Faschist mit deutlich liberalen Ideen auf finanziellem und wirtschaftlichen Gebiet. Die Verstrickungen Mussolinies Regime mit dem Kapital18, besonders des Finanzkapitals, schafften Unzufriedenheit im Volk. Man fühlte sich verraten:„Aber als der Mann an die Macht kam, mußten wir zu unserem Erstaunen feststellen, dass von einem gewissen Augeblick an seine Taten im Gegensatz zu seinen Worten standen...Aber es handelt sich ja nicht nur um diesen einen Mann. Ganz sicher ist – und jeder der die Augen aufmacht, kann sich leicht davon überzeugen -, dass unser ganzes Land in den Händen der Banken, das heißt der Finanzmächte befindet“.19   _____________________________________Das Verhältnis der Cafoni20 zum Faschismus Spina kehrt nach Italien zurück, weil er sich in der Fremde unwohl fühlt, um wieder „wieder richtig atmen zu können“21. Er verspricht sich bei den Cafoni Veränderungen und findet bei jenen nur den Hang zum Fatalismus und zum kurzfristigen Denken: „Jeder denkt Tag und Nacht an sein Stückchen Land. Wenn es zuviel regnet, wenn es hagelt, wenn es gar nicht regnet. Aber Italien besteht aus unendlich viel Land, Italien hat Berge, Hügel, Ebenen, 5
  
Kleine italienische Geschichte
von Wolfgang Altgeld
Siehe auch:
Geschichte Italiens
Geschichte Italiens: Vom Risorgimento bis h...
Kleine Geschichte Frankreichs
Kleine Geschichte Englands
Kleine Geschichte Spaniens
Kleine Geschichte Irlands
 
   
 
     
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