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Italien unter dem Faschismus am Beispiel Ignazio Silones ``Wein und Brot``

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Wälder, Seen, Sümpfe und Sandküsten. Man würde ja verrück t werden, wenn man an das alles denken wollte. Der Kopf des Menschen ist dafür zu klein. Unser kleiner Kopf kann nur an ein kleines Stück Land denken“21 Die Hoffnungen Spinas (in Gestalt von Don Paolo Spada) scheitern am Desinteresse der Cafoni am politischen Geschehen und ihrer Unfähigkeit ihren Horizont zu erweitern. Für Spina führt dies zum Defätismus und er stellt sich Fragen, die er nicht beantworten kann: „Seit die Welt besteht beklagen sich die Cafoni, aber sie ergeben sich in ihr Schicksal. Wird das immer so bleiben?“22 Bald schon muss er erkennen, dass sich die Agrarbevölkerung eher für Heilige und überirdische Dinge interessieren, als für die unglücklichen Zustände, in denen sie von Geburt an leben. Sie verfangen sich im Aberglauben und obwohl sie sich ständig beklagen sind sie nicht willens ihren Unmut in Taten zum Ausdruck zu bringen. Stattdessen leben die Cafoni in ständiger Angst: „Wer arm ist hat immer Angst. Man hat ein Haus, und schon kommt ein Erdbeben. Man ist gesund, und schon kommt eine Krankheit. Man hat ein Stück Land und schon kommt eine Überschwemmung.“23 Veränderungen, sogar Wundern gegenüber sind sie mißtrauisch: „Damals, es ist schon lange her, fingen plötzlich im Januar die Ro sen an zu blühen, die Kirschen reiften, und die Mutterschafe bekamen Junge. Anstatt sich zu freuen, bekamen es die Leute mit der Angst zu tun. Ob diese erfreulichen Erscheinungen nicht Vorboten eines großen Unheils waren?“24   Obwohl die Cafoni ebenso unter dem Faschismus zu leiden haben, sind sie Spinas vorsichtigen Verlautbarungen von möglichen Veränderungen gegenüber nicht offen oder anfällig. Die wirtschaftliche Lage ist schlecht, viele Cafoni müssen ihr Land abgeben und Schulden aufnehmen, andere werden vom Militär zum Abessinienkrieg eingezogen, trotzdem sehen sie ihrer Götterdämmerung fatalistisch entgegen, zum Beispiel lassen sie den Krieg wie eine Naturkatastrophe an sich vorbeiziehen. Durch die Isolation in Pietrasecca, einem abgeschieden Dorf in den Abruzzen, das von einer Bergkette umragt wird, kommt die Trägheit der Cafoni besonders zum Tragen. Silone verbildlicht in dieser Art die Entfernung der Cafoni von der Welt. Derjenige Cafone, der versucht seinem Schicksal zu entgehen, indem er die Traditionen aufbricht und seine “primitiven Instinkte zu bändigen“ versucht, „geht fort und wird Franziskaner“25 So ist es auch mit Christina, einer Cafone, die Spina in Pietrasecca kennenlernt. Er verwickelt sich mit ihr in einer Art dialektischer Konversation und obwohl sie der Meinung ist, dass „jeder, der in der Welt bleibt...einen Platz in einem bestimmten Rang“ einnimmt, „der ihm Pflichten auferlegt“26, denen er nicht entrinnen kann und denen er sich fügen muß, und somit eine Gegenposition zu Spinas Auffassungen vom Leben hat, sieht dieser in ihr viele Züge seiner 6
  
Italien - Ein Kompass durch das geliebte Chaos
Siehe auch:
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