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eigenen Jugend wieder und er erkennt in ihr ein Spiegelbild der Gedanken und Gefühle von
damals27.
Bemerkenswert an den Cafoni ist ihre Form von subversiver Intelligenz. Während sie Spinas
Visionen von Veränderung mißtrauisch gegenüberstehen, sind sie für den Faschismus eher
empfänglich. Wie ist dieser scheinbare Widerspruch zu erklären? Die Antwort läßt sich aus
der Mentalität der Cafoni ablesen. Bestimmend ist das Machtgefüge. Die Cafoni vereinbaren
lieber Konzessionen mit den Machthabern als auf die radikalen Vorschläge Spinas
einzugehen. Sie wählen den einfacheren Weg. Dies drückt sich auch in ihren religiösen
Glauben aus, das eine Art Konglomerat aus Christentum und Aberglaube ist.
_________________________________________________________Kirchenkritik S ilones
Die Tarnung Pietro Spinas als den Priester Don Paolo Spada erfüllt im Roman drei
Funktionen: Erstens ermöglicht sie die freie Bewegung Spinas durch das Land, zweitens zeigt
sie Blickwinkel, die Spina verborgen geblieben wären, drittens lässt sie die politische Rolle
Spinas in den Hintergrund geraten und lenkt somit den Blick auf andere Dinge. Silone benutzt
somit einen stilistischen Trick, indem er die Perspektive ändert. Zu einem kritisiert Silone die
vernachlässigten seelsorgerischen Pflichten der katholischen Kirche: Seit dreißig Jahren hat
die Kirche keinen eigenen Pfarrer mehr. Nur selten kommt einer hier herauf.28 Weiter aber
auch ihren Hang zum Selbstzweck, der sie gemeinsame Sache mit den Faschisten machen
ließ: Die Freiheit war noch erlaubt, und die Kirche war damals nicht für die Regierung,
sondern für das Volk. Wir standen auf derselben Seite. Aber bald fing ein anderer Wind an zu
wehen.29
Fast glaubt man Silone wollte mit der Kirche abrechnen, würde es da nicht den Priester Don
Benedetto geben, bei dem Pietro Spina seine geistige Erziehung genoß. In Don Benedetto
spiegelt sich ein Teil der Kirche wieder, der nicht mit den Machenschaften der oberen
Geistlichkeit zufrieden ist. Dafür ist er auch bereit Repressalien seitens der Regierung auf sich
zu nehmen: Er wird überwacht, darf nur im Internat unterrichten, anstatt den Gottesdienst
abzuhalten und wird dann schließlich auch vom Lehreramt entlassen. Man gibt dem Kaiser,
was Gottes ist und gibt Gott, was man dem Kaiser überlassen sollte .30 Die Kirche ist bereit
das Spiel der Regierenden mitzuspielen, solange sie selbst an der Macht bleibt. Das Spiel der
Regierenden ist gänzlich unchristlich, und trotzdem werden sie selbst vom Vatikan
unterstützt.31 Don Benedetto sieht im Sozialismus32 nur eine Form der Ausübung des
Gottglaubens, der Sozialismus ist seine (Anm.: Pietro Spinas) Art, Gott zu dienen.33 Silone
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