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gibt der Kirche eine Teilschuld am Faschismus, weil sie wie Pontius Pilatus seiner Zeit ihre
Hände in Unschuld wäscht.34
____________________________________________________ ________Der Widerst and
Aufgrund des Fatalismus der Cafoni, das scheinbar eine Charakteristik darstellt, gelingt es
Spina nicht den Widerstand gegen den Faschismus in die Bauernschaft hineinzutragen.
Enttäuscht entschließt er sich nach Rom abzureisen: Ich habe es satt. Hier kann ich nicht
bleiben. Sobald ich kein Fieber mehr habe, gehe ich nach Rom.35 Gleichzeitig
verschlechtert sich sein Gesundheitszustand, der eine Art Indikator für den Einfluß der
Umwelt auf ihn und seinen Mißerfolg ist. Aussichten auf Erfolg verbessern somit auch Spinas
Gesundheit.
Auf der Durchreise nach Rom trifft er auf den ehemaligen Sozialisten Zabaglione. Die
Begegnung wird folgendermaßen geschildert: Don Paolo hatte den Mann vor sich, von dem
er als Knabe viel hatte sprechen hören, mit Abscheu von seiten der wohlhabenden Besitzer,
mit Liebe von seiten der armen Leute.36 Umso schlimmer als er erkennen muß, dass dieser
Mann nicht mehr der Alte war: In den ersten Jahren der Diktatur hatte Zabaglione sich viel
Mühe geben müssen, um seine Vergangenheit als Volkstribun vergessen zu machen.37 Jener
Mann mußte Konzessionen mit dem System schließen, die Demütigungen gleichkamen. In
jener Region, in der die Sozialisten damals, vor Spinas Exil, noch die Hälfte aller Gemeinden
erobert haben, ereigneten sich schlimme Repressalien, wie er von Zabaglione in einem
vorsichtigen Gespräch erfährt: Am 19. Januar 1923 ich werde dieses Datum nicht
vergessen drangen zweiundzwanzig Neuerer in das Haus des Sozialistenführers von
Rivisondoli ein, um gemeinsam seine Frau zu vergewaltigen. Die Arbeit dauerte von 11 Uhr
abends bis 2 Uhr früh..38 Spina muß einsehen, dass der Widerstand in dieser Region
weitestgehend gebrochen ist, doch zu seinem Erstaunen stellt er fest, dass es unter der
Oberfläche brodelt: Aber zur Zeit der letzten Ernte fand man zum erstenmal hier und da auf
den Mauern rote Inschriften: >Es lebe Pietro Spina<...Es ist viel Gärungsstoff vorhanden,
nicht unter den älteren Leuten, aber in der Jugend.39 Diese Begegnung mit Zabaglione hat
ihren widersprüchlichen Charakter. Wie so oft im Roman befindet sich Spina in einer Position
des Defätismus, bekommt aber im letzten Moment den rettenden Strohhalm, die ihn hoffen
läßt. Erfolgreich ist er schließlich bei einer Gruppe unzufriedener Jugendlicher, die eine
zweite Revolution fordern. Voller Zuversicht gibt Spina bekannt: Das Land muß von der
Herrschaft des Kapitals befreit werden. Es wird ein langer, schwieriger Kampf sein gegen
einen Feind, der sich im Hinterhalt zu verbergen versteht. Aber es ist die Mühe wert.40 In
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