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diesen Jugendlichen sieht Pietro den lodernden Idealismus, der auch ihn beflügelt zu
kämpfen. Er stellt fest: Wir gehören nicht zu derselben Generation, wohl aber zu derselben
Art von Menschen. Zu denen nämlich, die die Grundsätze ernst nehmen, die Eltern, Lehrer
oder Priester ihnen verkünden. Auf diesen Grundsätzen soll angeblich unsere Gesellschaft
aufgebaut sein, aber es ist leicht festzustellen, dass sie ihnen in Wirklichkeit widerspricht oder
sie zum mindesten nicht beachtet. Die meisten Menschen sind Skeptiker und finden sich damit
ab, die anderen werden Revolutionäre.41
Dies ist ein Wendepunkt im Roman. Von nun wandelt sich die Isolation Spinas in
Aktivismus. Er kann endlich wieder am politischen Geschehen teilnehmen. In Rom knüpft er
Kontakt an den Genossen Romeo und muß wiederum einsehen, dass sich die Dinge geändert
haben. Die Parteifreunde sind im Untergrund, sie leiden unter der Verfolgung durch die
Carabinieri42: Die Organisation der Gruppen in Rom ist mehrmals zerstört und wieder neu
aufgebaut worden. Nur mit großer Mühe gelingt es, neue Verbindungen anzuknüpfen, und oft
halten sie nur kurze Zeit. Viele Kameraden sind ins Gefängnis gekommen, andere sind
spurlos verschwunden, noch andere mußten wir ausschließen, weil sie verdächtig sind.43
Aber noch etwas macht Pietro zu schaffen: die kommunistische Partei Italiens, die sich zum
Festkörper entwickelt hat und bizarre Auswüchse kommunistischer Ideologie annimmt. Wie
im realen Leben des Verfassers droht auch Spina der Parteiausschluß. Wieder verfängt sich
Pietro im Defätismus: Das Leben als Widerstandskämpfer ist hart. Man müßte ohne Herz
sein, um standhalten zu können und nicht zu verzweifeln.44
____________________________________________________ ____Roter Fa schismus
Spina ist, wie Silone aus Enttäuschung über die Kirche dem Sozialismus beigetreten: Er
hatte sich von der Kirche gelöst, nicht weil er die Gültigkeit ihrer Lehre anzweifelte, sondern
weil sie mit der kleinlichen, korrupten und grausamen bürgerlichen Gesellschaft gemeinsame
Sache machte, anstatt sie zu bekämpfen...Er war damals noch nicht Mar xist.45 Die
Zusammenkunft mit Christina, die sich als das christliches Gegenstück zum Marxisten Spina
zeigt, führt ihn zu den alten Tagen der christlichen Erziehung im Internat. Den Tagen, in
denen sein Leben nicht verfälscht war von der Rigidität der Partei und dem Ausharren im
Untergrund, sondern in denen er leben und kämpfen wollte, für das, was er eines Tages als
wahr und richtig46 erkennt. Er will einen Bruch mit seinem jetzigen Leben: So wie bisher
kann es nicht weiter gehen.47
Er hat keine andere Wahl: Was mich quält, ist die Frage: bin ich dem Versprechen treu
geblieben, das ich mir selbst gegeben habe?48 Die Leere, die er durch das Verlassen der
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